Angkor Tempel

Bayon Temple

Prah Ko (Rolous Gruppe)
879 AD, Indravarman I. Hindu (Shiva)
Grabmal von Jayavarman II. sowie seiner Vorgänger. Von einem Wassergraben (400 x 500 m) umgeben. Auf der Gründungs-Stele (beschrifteter Monolith) findet sich der Stammbaum von Indravarman I. mit Hinweis auf den Kult des Gottkönigs, sowie das Datum der Aufstellung dreier Statuen von Shiva und Devi 879 AD. Eine weitere Inschrift mit Widmungen datiert vom Jahr 893 AD (Regierungszeit Yasovarmans). Grosse Flächen mit Kalkstuckverzierung sind erhalten.

Bakong (Rolous Gruppe)
881 AD, Indravarman I. Hindu (Shiva)
Tempelberg, von einer Mauer aus Laterit und zwei Wassergräben umgeben, (der äussere misst 900 x 700 m). Dritter Tempel dieser Art nach Ak Yum und Rong Cheng (nordöstlich bei Phnom Kulen). Erster Tempel, bei dessen Bau Sandstein in grösserem Umfang eingesetzt wurde. Steleninschrift berichtet von der Aufstellung eines Linga (steinerner Phallus, Symbol Shivas ) 881 AD. Die Türme aus Ziegelstein besitzen fein gearbeitete Sandsteinelemente und Reste von Stuckverzierungen. Das zentrale Heiligtum im Angkor Wat Stil, wahrscheinlich zweihundert Jahre nach dem Haupttempel erbaut, wurde in den Jahren 1936 bis 1943 aus einem Steinhaufen neu errichtet.

Lolei (Rolous Gruppe)
893 AD, Indravarman I. Hindu (Shiva)
Vier Türme aus Ziegelstein (ursprünglich vielleicht sechs) auf einem zweistufigen Fundament mitten im Lolei Baray (Indratataka) gelegen, einem riesigen antiken Stausee von 3.8 x 0.8 km Grösse. Laut Inschrift wurde fünf Tage nach der Weihe Indravarmans in Bakong mit dem Bau begonnen, zur Versorgung der Hauptstadt mit Wasser. Der nachträglich gebaute Tempel wurde Indravarman zum Gedächtnis errichtet.

Phnom Bakheng
Ende 9. Jahrhundert, Yasovarman I. Hindu (Shiva)
Im Zentrum der ersten Hauptstadt gelegen, die ein Quadrat von 4 x 4 km bildet und von einem Wassergraben umgeben, dessen südwestliches Ende noch sichtbar ist. Reste einer inneren Einfriedung (650 x 436 m) umfassen den Fuss des Hügels. Fünfstufiger Pyramidentempel aus dem anstehenden Gestein gehauen, mit Sandstein verkleidet. Gute Aussicht auf die umliegende Landschaft, besonders schön bei Sonnenuntergang.

Prasat Kravan
921 AD, Harshavarman I. Hindu
Fünf Ziegelsteintürme mit gemeinsamem Ziegelfundament innerhalb einer einzigen Einfriedung in N-S ausgerichtet, von einem Wassergraben umgeben. Bei der umfangreichen Restaurierung des Ziegelmauerwerks wurde Zementmörtel verwendet, dort wo ursprünglich nur ein pflanzliches Bindemittel bzw. eine dünne Schicht Lehm als Fugenmörtel diente. Die Inschriften auf den Türrahmen erwähnen die Aufstellung eines Vishnu-Standbildes im Jahr 921. Im Inneren des mittleren und nördlichen Turmes befinden sich Bas-Reliefs (Flachreliefs) von Vishnu und Lakshmi. Morgens am schönsten.

Östlicher Mebon
952 AD, Rajendravarman II. Hindu (Shiva)
Steht im Mittelpunkt des östlichen Baray und war daher ursprünglich nur mit dem Boot zu erreichen. Besitzt alle Kennzeichen eines Tempelberges aus Ziegel und Laterit, aber mit einer drei Meter hohen Plattform und fünf Türmen in Quincunx-Anordnung, statt einer zentralen Stufenpyramide. Eine grosse Gründungs-Stele trägt eine Widmung an die Eltern des Königs. Die Ost-West-Achse des Tempels liegt auf einer Linie mit dem Haupteingang des königlichen Palastes in Angkor Thom. Die Türstürze aus Sandstein sind exzellent gearbeitet. Monolithische Elefanten stehen auf den vier Ecken jeder Einfriedung. Schön am Spätnachmittag.

Pre Rup
961 AD, Rajendravarman II. Hindu (Shiva)
Bildet mit dem östlichen Mebon eine Achse in N-S-Richtung, wurde neun Jahre später erbaut. Ähnlich in Stil und Struktur aber viel prachtvoller. Ebenfalls fast ausschliesslich aus Laterit und Ziegel gebaut mit Architekturgliederung in Sandstein. Die Türstürze sind mit exquisiten Dekors versehen - mehrere sind unvollendet. Die oberen Ziegeltürme waren wohl mit Stuck verziert. Wahrscheinlich Zentrum der zweiten Hauptstadt, die sich entwickelte, als die Metropole von Koh Ker, wo sie sich von 921 bis 944 befand, zurück verlegt wurde. Der Königspalast stand vermutlich in der Nähe.

Banteay Srei
967 AD, Rajendravarman II., Jayavarman V. Hindu (Shiva)
Im Wald, 25 km nordöstlich von Angkor Thom stehender Tempel. Ein Juwel, für den das Baumaterial, ein rötlicher Sandstein mit feiner Struktur, wie geschaffen ist. Ein Kleinod der Architektur und Bildhauerkunst - die dargestellten Themen auf der miniaturhaften Architektur sind von grossartiger Qualität, die Fülle der Dekors ist ebenso wie die exquisite Bearbeitung nahezu perfekt erhalten. Zwischen 1931 und 1936 restauriert. Am wirkungsvollsten im Morgenlicht.

Ta Keo
Anfang 11. Jahrhundert, Jayavarmann V., Suryavarman I. Hindu (Shiva)
Imposanter 5-stufiger Tempelberg, fast ausschliesslich aus Sandstein gebaut, von einem Wassergraben umgeben. Vermutlich Zentrum einer Hauptstadt. Die Intention der massiven und klaren Konstruktion ist durch die unvollendet gebliebene Dekoration deutlich erkennbar. Inschriften auf den Türrahmen der östlichen Gopuras belegen die Weihe im Jahr 1007.

Die Khleang
Anfang 11. Jahrhundert, Jayavarmann V., Suryavarman I.
Die beiden Khleangs sind identische Bauten mit unbestimmter Funktion. Der nördliche wurde zuerst gebaut - Inschriften tragen die Jahreszahlen 1002 bis 1049. Inschriften auf den südlichen Khleangs gleichen den Eiden der Funktionäre, die auf einem Türgewände am östlichen Gopura des Königspalastes zu finden sind.

Phimeanakas
Anfang 11. Jahrhundert, Suryavarman I., Udayadityavarman II. Hindu
Der königliche Palast der nächsten Hauptstadt war von einer 5 m hohen Laterit Mauer umgeben. Eine zweite wurde zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt. Im Mittelpunkt dieser Einfriedung steht Phimeanakas, eine dreistufige Laterit Pyramide mit rechteckigem Grundriss, vielleicht die private königliche Kapelle. Der Bau verjüngt sich nach oben in charakteristischer Weise und erzeugt dadurch eine falsche Perspektive.

Baphuon
Anfang 11. Jahrhundert, Udayadityavarman II. Hindu (Shiva)
Dreistufiger Tempelberg südlich der Einfriedung des königlichen Palastes. Es ist der "beeindruckende Kupferturm, der noch höher ist als der Turm aus Gold (Bayon)", schrieb Chou Ta-Kouan, ein chinesischer Diplomat nach seinem Besuch Ende des 13. Jahrhunderts. Wahrscheinlich der zentrale Tempel des vierten Königreiches von Angkor.

Angkor Wat
Anfang 12. Jahrhundert, Suryavarman II. Hindu (Vishnu)
Dreistöckiger Pyramidentempel, auf einem künstlichen Erdhügel errichtet. Er besitzt vier Einfriedungen und, was ungewöhnlich ist, den Eingang im Westen. Die Aussenmauer bildet ein Rechteck von 1025 m x 800 m und ist von einem 190 m breiten Wassergraben umgeben. Wahrscheinlich Beerdigungstempel Suryavarman II. Insgesamt gibt es hier einen Quadratkilometer Bas-Reliefs zu besichtigen. Am eindrucksvollsten am Spätnachmittag.

Thommanon
Anfang 12. Jahrhundert, Suryavarman II. Hindu
Weitgehend restauriert, im Gegensatz zu Chau Say Tevoda, das etwas südlich davon liegt. Eine Laterit Mauer, 45 x 60 m, von einem Wassergraben umgeben, von zwei Gopuras unterbrochen, umfriedet sowohl ein fein bearbeitetes, zentral gelegenes Heiligtum auf einem 2.5 Meter hohen, ausgeformten Fundament, als auch eine einzige Bibliothek.

Chau Say Tevoda
Anfang 12. Jahrhundert, Suryavarman II. Hindu
Ähnlich im Stil wie das nahe gelegene Thommanon, aber in fortgeschrittenem Zustand des Zerfalls. Ein hochgelegener Fussweg, der auf drei Reihen von Pfeilern ruht, verbindet den Tempel über eine kreuzförmige Terrasse mit dem Fluss Siem Reap. Ungewisser Baubeginn, doch lässt die Qualität der Dekoration eine Einstufung von Tevoda und Thommanon zwischen Baphuon und Angkor Wat Stil zu, d.h. Ende 11. bis Mitte 12. Jahrhundert.

Banteay Samre
Anfang 12. Jahrhundert, Suryavarman II. Hindu
14 km nordöstlich Siem Reap gelegen. Elegant proportionierter Tempel der klassischen Periode. Undatiert, vielleicht etwas später als Angkor Wat erbaut. Das Innere ist in seiner Auslegung ähnlich wie das von Chau Say Tevoda, mit dem es möglicherweise zeitgleich ist. Zwischen 1936 und 1944 abgebrochen und neu errichtet. Die Samres waren ein Volk unterschiedlicher Herkunft, von dem angenommen wird, dass sie am Fuss des Kulen Höhenzuges lebten.

Ta Prohm
1186 AD, Jayavarman VII. Buddhistisch
Grosses buddhistisches Kloster mit fünf Umfriedungen, der Mutter Jayarvamans VII. gewidmet. Unrestauriert und absichtlich der Natur überlassen, mit dramatischem Resultat - obwohl inzwischen viele der Urwaldriesen, die den Charakter des Tempels prägen, absterben. Laut Inschrift gab es hier 12.640 Einwohner, von denen 13 Hohepriester, 2.740 Beamte mit 2.232 Assistenten und weitere 615 Tänzer waren. Morgens am schönsten.

Srah Srang
Ende 12. Jahrhundert, Jayavarman VII.
Grosses Bassin (das königliche Bad), von Steintreppen eingefasst, 700 x 300 m, auf der O-W-Achse von Banteay Kdei gelegen. Ursprünglich in der Mitte des 10. Jahrhunderts ausgehoben, mit einer eleganten Terrasse auf der Westseite und, nicht ganz mittig, einer kleinen Insel mit Sandsteinüberresten.

Preah Khan
1191 AD, Jayavarman VII. Buddhistisch
Königsstadt, die ein Rechteck mit den Ausmassen 700 x 800 m bildet, umgeben von einem Wassergraben, ähnlich Ta Prohm, aber nur vier Umfriedungen. Nach Osten zum Baray, mit Neak Pean in der Mitte, geöffnet; über eine Terrasse, ursprünglich als Bootsanlegestelle genutzt, erreichbar. Die grosse Stele, 1939 entdeckt, weist aus, dass der Tempel dem Vater des Königs gewidmet war und dass der kleine Steinbau innerhalb der vierten Umfriedung in östl. Richtung das 'Haus des Feuers' war - vielleicht für besuchende Pilger (vgl. Ta Prohm). Die vielen kleinen Löcher in den Quadern des zentralen Heiligtums dienten möglicherweise der Befestigung einer Bronzetäfelung. Schön zu jeder Tageszeit.

Neak Pean
Ende 12. Jahrhundert, Jayavarman VII. Buddhistisch
'Die ineinander verschlungene Naga'. Insel im Mittelpunkt des Baray von Prah Khan, 350 Meter im Quadrat, mit grossem rechteckigem Becken im Zentrum. In der Mitte befindet sich eine kreisförmige Basis, die das zentrale Heiligtum untermauert und von zwei ineinander verschlungenen Schlangen (Nagas) eingefasst wird. Vier äussere, rechteckige Becken sind durch Wasserspeier miteinander verbunden, die Wasser in kleinere Heiligtümer fliessen lassen, eine symbolische Darstellung des Anavataptasees im Himalaya, der wegen seiner Heilkräfte verehrt wird.

Bayon
Ende 12. Jahrhundert, Jayavarman VII. Buddhistisch
Im Mittelpunkt der letzten Hauptstadt von Angkor und vielleicht ein Mikrokosmos des Königreichs mit Darstellungen aller grösseren Gottheiten - buddhistische im Süden und Osten, hinduistische im Norden und Westen. 200 Gesichter im Grossformat schmücken die 54 Türme und bezeugen die Allgegenwärtigkeit des Bodhisattva Avalokitesvara, der obersten Gottheit des Königreichs. Viele Architekturdetails deuten auf verschiedene Bauphasen des Tempels hin. Am schönsten am frühen Morgen oder - wenn sich die Gelegenheit bietet - bei Vollmond. Versäumen Sie die Bas-Reliefs nicht!

Elephanten Terrasse
Ende 12. Jahrhundert, Jayavarman VII.
Massive Grundmauer der königlichen Audienzhalle, die Chou Ta-Kuan 1296 wie folgt beschrieb: " ... hier sind die Fensterrahmen aus Gold; links und rechts davon stehen rechteckige Säulen, die mit vierzig bis fünfzig Spiegeln behangen sind, darunter stehen Elefanten...".

Terrasse des Leprakönigs
Ende 12. Jahrhundert, Jayavarman VII.
Nach dem dort gefundenen Standbild benannt, das aber tatsächlich Yama darstellt, den Gott und Richter der Toten. Georges Coedes schlägt deshalb vor, dies könnte die Stätte Hemagris sein (Berg Meru), wo der "Richter über Gut und Böse" unter einem hölzernen Bauwerk Gericht gehalten hat.